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US-Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure

Zum Weiterlesen

(01.01.2007) 
Rundbrief »KDV im Krieg«, Januar 2007 - Inhaltsverzeichnis
(21.12.2006) 
Rudi Friedrich und Franz Nadler: Aus der Arbeit von Connection e.V. - September bis Dezember 2006

US-Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen

Kyle Snyder

"Ich mache nichts Falsches. Ich mache, was ich fühle als Mensch machen zu müssen."
Kyle Snyder bleibt weiter unerlaubt abwesend (AWOL). Die von seinem Anwalt gegenüber dem Militär ausgesprochenen Anfragen blieben bislang ohne Antwort. Unter der Gefahr verhaftet zu werden setzt Snyder seine öffentlichen Reden gegen den Irakkrieg fort: "Mit meiner Weigerung, in einem illegalen Krieg zu kämpfen, halte ich mich an internationales Recht, das von Bush, Cheney und Rumsfeld verletzt wird. Sie sollten bestraft werden, nicht ich." Er ist aktiv bei den Iraq Veterans Against the War (Irakveteranen gegen den Krieg), reist durch das Land, spricht in Schulen und nahm an Demonstrationen teil.

Darrell Anderson

Der Irakveteran Darrel Anderson war 2005 nach Kanada geflohen und kehrte im Oktober 2006 in die USA zurück. Nach drei Tagen wurde er von der Armee ohne Strafverfahren entlassen.

Ricky Clousing

Ricky Clousing, der in den Jahren 2004 und 2005 im Irak als Soldat Vernehmungen durchgeführt hatte, bekannte sich am 12. Oktober in Fort Bragg (North Carolina) schuldig, sich unerlaubt von der Armee entfernt zu haben: "Ich würde lieber ein Jahr im Gefängnis verbringen als an einem illegalen Krieg teilzunehmen und Teil einer Unterdrückungsmaschinerie im Irak zu sein." Ricky Clousing wurde zu drei Monaten Haft verurteilt und unehrenhaft entlassen.

Melanie McPherson

Am Tag bevor sie mit ihrer Einheit in den Irak geschickt werden sollte, verließ Melanie McPherson Fort Bliss (Texas) und trampte nach Hause. Sie nahm an, dass sie im Irak als Polizisten eingesetzt werden sollte. In der Kaserne hinterließ sie die Nachricht: "Bitte fliegt ohne mich. Ich liebe mein Land. Ich hatte gehofft, die mir von Gott gegebenen Talente nutzen zu können, nicht aber Kanonenfutter zu sein." Fast 40 Tage später, im September 2006, stellte sie sich und wurde wegen Desertion und Verpassen der Verlegung der Einheit angeklagt, womit ihre eine Haftstrafe von sieben Jahren droht.

Mark Wilkerson

Nach einem ersten einjährigen Einsatz in einer Polizeieinheit im Irak weigerte sich Mark Wilkerson, einer erneuten Verlegung ins Kriegsgebiet nachzukommen und verließ unerlaubt die Einheit (AWOL). "Ich traf die schwierige Entscheidung AWOL zu gehen und aus politischen, geistigen und persönlichen Gründen ein Kriegsdienstverweigerer zu werden. Nach meinen Erfahrungen im Irak realisierte ich, dass ich nicht bereit bin, zu töten, getötet zu werden oder irgendetwas zu tun, was ich für moralisch falsch halte. Es kommt die Zeit, wo eine Person die richtige moralische Entscheidung für sich selbst treffen muss, ungeachtet wie populär sie in den Augen Anderer ist oder was andere davon halten."
Gemeinsam mit Mitgliedern der Irakveteranen gegen den Krieg und Cindy Sheehan führte Mark Wilkerson am 31. August 2006 eine Pressekonferenz durch, bevor er sich nach über 18 Monaten Unerlaubter Abwesenheit in Fort Hood (Texas) der Armee stellte.

Katherine Jashinski

Katherine Jashinski war am 23. Mai 2006 zu 120 Tagen Haft verurteilt wurde, weil sie sich weigerte, sich an der Waffe ausbilden zu lassen. Sie wurde bereits aus der Haft entlassen und will in Zukunft bei der GI Rights Hotline in Austin aktiv werden.

Ivan Brobeck

Ivan Brobeck war nach sieben Monaten im Irak nach Kanada geflohen, wo er mehr als ein Jahr blieb. Am Tag der US-Wahl (7. November 2006) kehrte er in die USA zurück und forderte Präsident Bush und den Kongress dazu auf, die US-Truppen aus dem Irak zurückzuziehen: "Ich kam im März 2004 in den Irak. Ich brauchte keine Nachrichten um zu sehen, dass das, was dort geschah, falsch war. Die Stadt Mahmudiyah, in der ich stationiert war, hat etwa 200.000 Einwohner. Die Bewohner wurden ständig unhöflich behandelt, Waffen auf sie gerichtet, wenn sie anhalten sollten. Häftlinge wurden schroff behandelt. Nach meiner Rückkehr aus dem Irak vernahm ich eines Tages Gerüchte, dass wir erneut dorthin verlegt werden sollten. Da gab es für mich nur die Möglichkeit, nach Kanada zu gehen, wo ich zwei Jahre lebte und heiratete. Nun bin ich bereit zurückzukehren und die Konsequenzen für die Weigerung zu tragen, an einem Krieg teilzunehmen, der nicht richtig ist. Bitte, Präsident Bush, tun Sie das Richtige: Tun Sie alles, um unsere Truppen aus dem Irak wieder nach Hause zu bringen."

Ehren Watada

"Ich hoffe, dass Aktionen wie die von mir dazu beitragen, die Wahrheit über die grundsätzliche Illegalität und Unmoralität dieses Krieges ans Licht zu bringen."
Gegen Ehren Watada wird das Verfahren wegen "Verpassen der Verlegung der Einheit" am 5. Februar 2007 fortgesetzt. (siehe auch Rundbrief "KDV im Krieg", September 2006). Wegen seiner kritischen Äußerungen gegen den Irakkrieg ist weiter eine Haftstrafe von vier Jahren möglich.

Suzanne Swift

Suzanne Swift wird am 8. Januar 2007 wegen Unerlaubter Abwesenheit und Verpassen der Verlegung der Einheit vor einem Militärgericht angeklagt werden. Sie hatte die Armee verlassen, bevor ihre Einheit im Januar 2006 ein zweites Mal in den Irak verlegt werden sollte. Grund für ihre Weigerung war, dass sie während des ersten Einsatzes im Irak systematisch sexuellen Belästigungen von fünf Feldwebeln ausgesetzt war und die Armee ihre Beschwerden ignorierte.


Quelle und weitere Informationen: http://www.couragetoresist.org, Übersetzung und Zusammenfassung: Rudi Friedrich. Der Beitrag erschien in: Connection e.V. und AG "KDV im Krieg" (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Januar 2007.



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