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Israel: "Auch die »graue Verweigerung« ist eine Entscheidung gegen die Besatzung
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Israel: "Auch die »graue Verweigerung« ist eine Entscheidung gegen die Besatzung

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Die Broschüre ist vergriffen.


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Israel: "Auch die »graue Verweigerung« ist eine Entscheidung gegen die Besatzung

Interview mit Ruti Divon

Ruti Divon ist seit drei Jahren bei New Profile aktiv und koordiniert die Beratung für Kriegsdienstverweigerer und Militärdienstentzieher. In einem Interview berichtet sie im September 2006 über diese Arbeit. (d. Red.)

Welchen Schwerpunkt hast Du bei New Profile?

Ich koordiniere die Beratungsarbeit für Frauen und Männer, die den Kriegsdienst verweigern. So hatten wir beispielsweise Idan Halili oder auch Misha Hadar unterstützt, die beide im Gefängnis saßen. Gemeinsam mit Aktiven von New Profile, mit AnwältInnen, den Eltern und Betroffenen selbst versuchen wir, Strategien für ihre Verfahren zu entwickeln und deren Situation öffentlich zu machen.

Über diese Kriegsdienstverweigerung hinaus gibt es in Israel auch viele, die nicht öffentlich verweigern. Die Hälfte der RekrutInnen leisten keinen Militärdienst ab oder werden vor Ablauf der Dienstzeit entlassen. Sie gehen z.B. zum Psychiater, um sich mit dem sogenannten Profil 21 ausmustern zu lassen. Wir gehen davon aus, dass dies auch als eine Haltung gegen die Besatzung anzusehen ist. Von uns wird das auch als "graue Verweigerung" bezeichnet.

Dieses Phänomen ist allerdings kaum bekannt und wir wissen nicht, welchen Einfluss es hat. Aber ich denke, dass zunehmend die Möglichkeiten bekannt - und praktiziert - werden, zu verweigern.

Einige Verweigerer sind an die Öffentlichkeit gegangen und waren Wochen oder gar Jahre inhaftiert. Gibt es auch inhaftierte Verweigerer, die uns nicht bekannt sind, weil sie nie an die Öffentlichkeit gingen?

Ja, viele von ihnen sind russischer Herkunft. Sie kamen nach Israel mit dem Versprechen, dass sie hier Geld und Unterkunft erhalten würden. Sie kommen hierher, um ihre Familien im Herkunftsland finanziell unterstützen zu können. So kommen sie aus wirtschaftlichen Gründen ihrer Einberufung nicht nach oder desertieren. Einige von ihnen sind zu mehreren Monaten Haft verurteilt worden, einer sogar für mehrere Jahre. Sie geben keine politischen bzw. ideologischen Gründe für ihre Verweigerung an. Wir besorgen Anwälte und versuchen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen und Möglichkeiten zu entwickeln, mit ihnen politisch zu arbeiten. Unser Ziel ist es, daraus eine politische Frage zu machen.


Interview mit Ruti Divon, 1. November 2006. Der Beitrag erschien in: Connection e.V. (Hrsg.): Broschüre "Israel: Stimmen für Frieden und Verständigung - Kriegsdienstverweigerung und Antikriegsarbeit", November 2006.Wir danken für die finanzielle Förderung durch den Katholischen Fonds, den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), dem Bildungswerk Hessen der DFG-VK, dem Fonds der EKHN "Dekade zur Überwindung der Gewalt" und Brot für die WeltDie Broschüre ist vergriffen.



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