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Israel: Kriegsdienstverweigerinnen inhaftiert
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure

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Rundbrief »KDV im Krieg«, November 2008 - Inhaltsverzeichnis
(05.11.2008) 
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Lee Zaslofsky: Aktuelles aus Kanada - Zur Situation von US-Deserteuren
(25.09.2008) 
Connection e.V.: UN-Arbeitsgruppe über willkürliche Haft zur Kriegsdienstverweigerung
(24.09.2008) 
Michael Sharp: "Jeder Soldat hat die Möglichkeit, seine Waffe niederzulegen" - Redebeitrag aus Anlass der Verleihung des Friedrich-Siegmund-Schultze Förderpreises an MCN
(16.09.2008) 
Rela Mazali: Israel: Wozu New Profile ermutigt
Anton Black: USA: Krieg und Rassismus - Bericht über die Anhörung "Winter Soldier", März 2008
(07.04.2008) 
Jung Sung-ki: Südkorea: Möglichkeit des Ersatzdienstes zurückgenommen
(04.04.2008) 
Stephen Farrell und James Glanz: Mehr als 1.000 verließen die irakischen Streitkräfte bei den Kämpfen in Basra
(24.04.2007) 
Iraqi Solidarity News: Irakischen Deserteuren droht Todesstrafe

Israel: Kriegsdienstverweigerinnen inhaftiert

Mehrere KriegsdienstverweigerInnen wurden seit Ende September in Israel mehmals zu Haftstrafen von ein bis drei Wochen verurteilt. Aktuell sind die Kriegsdienstverweigerinnen Mia Tamarin, Sahar Vardi und Raz Bar-David Varon in Haft, die Anfang November zu jeweils 21 Tagen Haft verurteilt wurden. Für alle drei ist das die dritte Haftstrafe. Avichai Vaknin, Tamar Katz, Omer Goldman und Udi Nir warten noch auf Entscheidungen des Militärs, womit sie erneut verurteilt werden könnten.

Alle gehören einer neuen Gruppe von SchulabgängerInnen der 12. Klasse an, den „Shministim“. Sie hatten in einem gemeinsamen Brief erklärt:

„Wir sind AbiturientInnen und erklären hiermit, dass wir uns gegen die Politik der israelischen Besatzung und Unterdrückung in den besetzten Gebieten und auf dem Gebiet Israels einsetzen werden. Deshalb werden wir uns weigern, an Aktionen teilzunehmen, die in unserem Namen von der israelischen Armee begangen werden.

Unsere Verweigerung ist zuallererst ein Protest gegen die Politik der Teilung, Kontrolle, Unterdrückung und gezielten Tötungen des Staates Israel in den besetzten Gebieten. Unserer Auffassung nach wird diese Unterdrückung und der Weg des Hasses niemals zum Frieden führen. Zudem widerspricht all dies den grundlegenden Werten einer Gesellschaft, die vorgibt, demokratisch zu sein.

Wir schätzen die Bedeutung sozial nützlicher Arbeit und möchten uns darin engagieren. Aber wir protestieren gegen die Besatzung und die Form der Aktionen, an der das militaristische System festhält: Einschränkgung der Bürgerrechte, Diskriminierung auf rassischer Grundlage und Verletzung des internationales Rechts.

Für einen effektiven Dialog zwischen den beiden Gesellschaften haben wir als stark und gut etablierte Gesellschaft die Verantwortung, die anderen zu stärken. Wir können nur mit sozial und finanziell besser abgesicherten Partnern für den Frieden arbeiten. Statt diejenigen Bürger zu stützen, die auf Frieden hoffen, tragen die militärischen Besatzungssanktionen dazu bei, dass mehr und mehr Menschen sich hinwenden zu extremer Gewalt und Eskalation.“

 

Briefe können geschickt werden an Sahar Vardi, Military ID 6055780, Raz Bar-David Varon, Military ID 6000383, Mia Tamarin, Military ID 5399776

Für alle gilt folgende Adresse: Military Prison No. 400, Military Postal Code 02447, IDF Israel

 

Website und mehr Infos finden sich unter: www.new.facebook.com/group.php?gid=46805270728


Quellen: eMails der War Resisters’ International vom 29.9., 2.10., 14.10., 5. und 6.11. 2008 sowie The Shministim Letter 2008. Übersetzung: Rudi Friedrich. Der Beitrag erschien im Rundbrief »KDV im Krieg«, November 2008.



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