Javascript Menu by Deluxe-Menu.com
Türkei: Neue Antikriegskampagne
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure

Zum Weiterlesen

(01.01.2005) 
Rundbrief »KDV im Krieg« Januar 2005 - Inhaltsverzeichnis
(01.01.2005) 
Franz Nadler und Rudi Friedrich: Aus der Arbeit von Connection e.V. - September bis Dezember 2004
(26.11.2004) 
Hülya Ücpinar: Türkei: Was erwartet Kriegsdienstverweigerer mit dem neuen Strafgesetzbuch?
(19.10.2004) 
Dov Khenin: Israel: Das Verweigerungsverfahren – eine erste Einschätzung
(19.10.2004) 
Felix Corley: Armenien: Kriegsdienstverweigerer werden weiterhin inhaftiert

Türkei: Neue Antikriegskampagne

Wir widersetzen uns den Verhältnissen!

von KriegsgegnerInnen in der Türkei

Am 5.12.2004 starten wir eine neue Kampagne, gegen den unerklärten Krieg im Osten und Südosten der Türkei, gegen die unerbittlich verschanzten Parteien dieses Krieges, gegen eine ignorante Gesellschaft mit ihren Medien, gegen Regierungen, die hartnäckig den Krieg bestreiten.

Auch wenn das Leben weiter zu gehen scheint, der Aktienmarkt läuft, sich unsere Währung wandelt, türkische Milchkühe prämiert werden und Fußballspiele voller Bestechung und Gewalt stecken: Es gibt nach wie vor einen Krieg in der Türkei!

Jeden Tag sterben Menschen, seien es Soldaten, Guerillas oder Zivilpersonen. Jeden Tag werden Menschen dazu gezwungen, auf ihre Muttersprache zu verzichten. Jeden Tag werden Menschen dazu gezwungen, wegen des Krieges zu fliehen. Jeden Tag erleiden Menschen Diskriminierung aufgrund ihrer kulturellen und geografischen Identitäten.

Jeden Tag kämpfen Menschen, um ihr Leben unter dem Schatten der bewaffneten Kräfte der "einen" oder "anderen" Seite fortsetzen zu können.

Ganze Orte werden geräumt, Wälder niedergebrannt. Millionen von Minen warten auf ihre Opfer. Ungeachtet offizieller Erklärungen gibt es weiter Folter und Menschenrechtsverletzungen, die Redefreiheit ist eingeschränkt.

Die Kriegsparteien vergießen immer noch Blut und stürzen Millionen von Menschen in ein nicht wiedergutzumachendes Trauma. Wir fühlen uns verpflichtet, diese Kampagne zu starten - obwohl wir sowieso den Widerstand gegen Krieg an sich als eine wahrhaftig richtige Haltung ansehen. Vielleicht haben wir wegen unserer Bedenken, dazu einen Standpunkt zu finden, bislang nicht genug getan, um den Krieg in der Türkei aus einer antimilitaristischen Perspektive heraus anzuprangern.

Wir werden in den nächsten sechs Monaten, bis zum 15. Mai 2005, an die bevölkertsten Plätze gehen, um die Verletzungen der Grundrechte und -freiheiten herauszuschreien und den Krieg zu beenden. Wir werden die alltägliche Blindheit gegenüber dem Krieg mit direkten und gewaltfreien Aktionen aufbrechen, um das versteckte und verschwiegene Angesicht des Krieges zu enthüllen.



Übermittelt per E-Mail von War Resisters’ International am 1. Dezember 2004. Übersetzung aus dem Englischen: Rudi Friedrich. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Januar 2005.



Stichworte:    ⇒ Antimilitarismus   ⇒ Kampagne   ⇒ Krieg   ⇒ Türkei

Copyright soweit nicht anders angegeben: © Connection e.V.