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Eritrea: Neue Razzien zur Zwangsrekrutierung
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Eritrea: Neue Razzien zur Zwangsrekrutierung

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Die Broschüre ist vergriffen.

English edition


Zum Weiterlesen

Eritreische Antimilitaristische Initiative - Link zu Beiträgen der Gruppe
Persönliche Flüchtlingsberichte - Aktive der EAI und andere erzählen
(01.11.2004) 
Eritrea: Kriegsdienstverweigerung und Desertion - Broschüre, November 2004
(01.11.2004) 
Mechthild Gunkel: Eritrea: Zahlen und Fakten
(01.11.2004) 
Rudi Friedrich: Deserteurinnen und Deserteure aus Eritrea brauchen Asyl
amnesty international: Eritrea: Misshandlungen von Militärdienstleistenden

Eritrea: Neue Razzien zur Zwangsrekrutierung

von amnesty international

Mehrere tausend Personen, die festgenommen worden sind, weil sie unter Verdacht stehen, sich dem Wehrdienst entziehen zu wollen, sind im Armeegefängnis Adi Abeto in großer Gefahr, misshandelt oder gefoltert zu werden. Nach einer Häftlingsrevolte sind Berichten zufolge mindestens zwölf Gefangene getötet und viele weitere verwundet worden.

Am 4. November 2004 nahmen Angehörige der Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Asmara willkürlich mehrere tausend vornehmlich junge Menschen fest, die sie verdächtigten, sich der Wehrpflicht zu entziehen. Die Festnahmen erfolgten sowohl auf der Straße, in Büros und Geschäften als auch an Straßensperren und in Privatwohnungen.

Die Festgenommenen wurden in das Armeegefängnis Adi Abeto außerhalb von Asmara gebracht. Die Bedingungen in dieser Militärhafteinrichtungen sind extrem schlecht, das Gefängnis ist überbelegt, es gibt keine ausreichende Nahrung und die sanitären Einrichtungen sind mangelhaft. Viele der Häftlinge werden gezwungen, bei niedrigen Temperaturen im Freien zu schlafen, obwohl sie weder Decken noch Schuhe haben. Zudem wird den Insassen der Kontakt zu Familienangehörigen und Rechtsanwälten verweigert.

Am 4. November 2004 sollen kurz vor Mitternacht einige Häftlinge eine Wand des Gefängnisses eingedrückt haben, wobei es sich offenbar um einen Fluchtversuch handelte. Daraufhin eröffneten Soldaten das Feuer, töteten mehrere Gefangene und verletzten viele weitere. Am 8. November 2004 gab der Informationsminister an, es seien zwei Gefangene getötet worden. Laut anderen Quellen sollen jedoch mindestens zwölf Insassen des Gefängnisses getötet worden sein, deren Leichen begraben und nicht den Familien übergeben wurden. Die verwundeten Gefangenen wurden ins Krankenhaus gebracht, wo sie ohne Kontakt zur Außenwelt unter Bewachung stehen.


amnesty international: urgent action vom 9. November 2004. ai-Index AFR 64/008/2004. Auszüge. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und Eritreische Antimilitaristische Initiative in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsseelsorge der EKHN (Hrsg.): Broschüre »Eritrea: Kriegsdienstverweigerung und Desertion«, Offenbach/M., November 2004. Wir danken für die finanzielle Förderung durch: Dekadefonds zur Überwindung der Gewalt der EKHN, Förderverein Pro Asyl und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED).



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