Javascript Menu by Deluxe-Menu.com
Nach Abschiebung aus Frankfurt knapp dem Tod entkommen
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Nach Abschiebung aus Frankfurt knapp dem Tod entkommen

Petros Aforki Mulugeta und Yonas Haile Mehari


Zum Weiterlesen

(01.11.2011) 
Waffenexporte ins südliche Afrika: Ein Geschäft mit dem Tod - Kurzbeschreibung und Inhalt der Broschüre
(23.04.2011) 
Rudi Friedrich: Eritreische Deserteure stehen am Anfang - Yonas Haile Mehari und Petros Aforki Mulugeta in Frankfurt/M.
(15.09.2010) 
Broschüre: Eritrea - Desertion, Flucht & Asyl - Kurzbeschreibung und Inhalt
(15.09.2010) 
Connection e.V., Pro Asyl und Eritreische Antimilitaristische Initiative: Vorwort zur Broschüre »Eritrea: Desertion, Flucht & Asyl«
(09.09.2010) 
Yohannes Kidane: Fluchtgründe brauchen Anerkennung - Beitrag zur Pressekonferenz
(09.09.2010) 
Yonas Haile Mehari: Meine Zeit im Untergrundgefängnis in Wi’a - Ein eritreischer Deserteur berichtet auf der Pressekonferenz
(09.09.2010) 
Petros Aforki Mulugeta: Wir fordern Entschuldigung und Entschädigung - Eritreischer Deserteur berichtet auf der Pressekonferenz über die Abschiebung aus Deutschland
(09.09.2010) 
Bernd Mesovic, Pro Asyl: Das Bundesamt hätte niemals ablehnen dürfen - Beitrag zur Pressekonferenz "Eritreische Deserteure berichten über Inhaftierung und Folter"
(09.09.2010) 
Rudi Friedrich, Connection e.V.: Eritreische DeserteurInnen brauchen Asyl - Begrüßung zur Pressekonferenz "Eritreische Deserteure berichten über Inhaftierung und Folter"
(09.09.2010) 
Yohannes Kidane, Eritrean Antimilitarist Initiative: Eritrea: The fact that the flight itself might cost the refugees lives, is telling - Statement to press conference "Eritrean deserters report about imprisonment and torture"
(08.09.2010) 
Pro Asyl: Einige Zahlen zu eritreischen Flüchtlingen weltweit, in Europa, in Deutschland
(07.09.2010) 
Rudi Friedrich: Eritrea: Politische Verfolgung von Desertion und Verweigerung
(05.09.2010) 
Abraham Mehreteab: Gibt es einen sicheren Ort für eritreische Flüchtlinge?
(01.05.2009) 
Eritrea: Berichte und Interviews aus dem Jahr 2009
(30.05.2008) 
Connection e.V., Pro Asyl und Hessischer Flüchtlingsrat: Eritreische Deserteure abgeschoben - Verwaltungsgericht Frankfurt verweigerte asylrechtlichen Schutz - Weiterer eritreischer Flüchtling steht vor Abschiebung
Wir danken für die finanzielle Förderung durch den - Evangelischen Entwicklungsdienst (EED)
Eritreische Antimilitaristische Initiative - Link zu Beiträgen der Gruppe
Pro Asyl - Link zur Website

Nach Abschiebung aus Frankfurt knapp dem Tod entkommen

Eritreische Deserteure fordern Entschuldigung von der Bundesregierung

von Connection e.V., Pro Asyl und Eritreische Antimilitaristische Initiative

Am 14. Mai 2008 wurden Yonas Haile Mehari und Petros Aforki Mulugeta, Deserteure aus Eritrea, in ihr Herkunftsland abgeschoben. Es war das vorläufige tragische Ende eines extrem dilettantisch durchgeführten Asylverfahrens im Transitbereich des Frankfurter Flughafens.

Die beiden Eritreer berichten heute bei einer Pressekonferenz in Frankfurt, wie sie nach Ankunft in Asmara befragt und unter unmenschlichen und grausamen Bedingungen inhaftiert wurden, bevor es ihnen gelang, erneut zu fliehen. „Wir waren praktisch schon tot“, so die Deserteure. Bei Fluchtversuchen hätten sie Dutzende sterben sehen: „Wir haben über die Toten als die Glücklichen gesprochen,“ so Petros Aforki Mulugeta.

Während ihrer Odyssee in Eritrea wurden sie dank der weiterbetriebenen Asylverfahren auf Weisung des Verwaltungsgerichtes Frankfurt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anerkannt. Sie fordern von der Bundesregierung eine Entschuldigung und eine Entschädigung. Die Organisationen, die bereits im Vorfeld der Abschiebung öffentlich gewarnt und protestiert hatten, Connection e.V., die Eritreische Antimilitaristische Initiative (EAI) und PRO ASYL, unterstützen ihr Anliegen. PRO ASYL-Referent Bernd Mesovic macht heute erneut deutlich: „Die Behandlung von Deserteuren in Eritrea war im Jahr 2008 dieselbe wie heute. Dass weder das Bundesamt noch das Verwaltungsgericht die zugänglichen Quellen berücksichtigt haben, ist skandalös. Das Flughafenasylverfahren mit seinen kurzen Fristen ist ein hochgefährliches Instrument.“

Die Liste der Misshandlungen und Menschenrechtsverletzungen in Eritrea ist lang“, ergänzt Yohannes Kidane von der Eritreischen Antimilitaristischen Initiative. An die deutschen Behörden gewandt fragt er: „Wie konnten Sie nur glauben, dass es richtig war, diese Unschuldigen in solch ein Land abzuschieben?

Rudi Friedrich von Connection e.V. betont angesichts der vorliegenden Berichte zu Eritrea: „Das Vorgehen des eritreischen Staates gegen Deserteure und Deserteurinnen war und ist eindeutig politische Verfolgung. Es ist daher keine Frage: Sie alle müssen asylrechtlichen Schutz erhalten.“

Zur Zeit dürfen nach Weisungslage des Bundesamtes Asylanträge eritreischer AntragstellerInnen im Flughafen nicht als „offensichtlich unbegründet abgelehnt werden. Dem lag offenbar auch ein Erschrecken über den im Fall der beiden Eritreer angerichteten Schaden zugrunde. Die für die der Abschiebung zugrundeliegende Behördenentscheidung wesentlich verantwortliche Mitarbeiterin des Bundesamtes ist weiter im Dienst.

 

gez.

Rudi Friedrich, Connection e.V. (069-82375534)

Bernd Mesovic, Pro Asyl (069-230695)

Yohannes Kidane, Eritreische Antimilitaristische Initiative (0176-81161326)


Connection e.V., Pro Asyl und Eritreische Antimilitaristische Initiative: Pressemitteilung vom 9. September 2010



Stichworte:    ⇒ Asyl   ⇒ Asyl und KDV   ⇒ Desertion   ⇒ Deutschland   ⇒ Eritrea

Copyright soweit nicht anders angegeben: © Connection e.V.